Über mich

Ü

Ich schreibe über ADHS – und manchmal einfach über Eindrücke aus meinem Leben. Nach jahrzehntelanger Sozialisation und einer späten Diagnose lässt sich beides ohnehin kaum noch trennen.

ADHS interessiert mich zwar, aber ich kenne mich und meine Lebenssituation gut genug, um zu wissen: Hier wird es keine medizinischen, ernährungswissenschaftlichen oder psychologischen Perspektiven geben. Dazu fehlt mir das ernsthafte Interesse – und vor allem die Zeit, mir dieses Wissen fundiert anzueignen. Ich habe auch kaum Tipps oder Ratschläge anzubieten. Obwohl ich in meiner Grundausbildung Soziologe bin, erscheint mir die konkrete Lebenswelt – meine eigene wie die anderer – erstaunlich individuell. Oder besser gesagt: erstaunlich uneindeutig.

Und vielleicht ist das Private ja gerade der Raum, der uneindeutig sein darf. Wo Grau zu Bunt wird. Wo es viel zu sehen gibt – und wo nicht jede Beobachtung eine Erklärung braucht.

Aus dieser etwas flanierenden, meiner eigenen Lebenswelt folgenden Perspektive schreibe ich kurze Beiträge: über mich und ADHS, über Familienleben, Erwerbsarbeit, Freundschaft, Leistung und eine Gesellschaft, die sich immer auch im Kleinen wiederfindet.

Um das gedankliche Chaos ein wenig zu ordnen, habe ich die Texte in Kategorien unterteilt – in soziologischer Manier und dem Leben folgend nicht ganz überschneidungsfrei:

  • ADHS: Alles, was sich explizit um ADHS dreht. Von der Diagnose über fehlende Objektpermanenz und die Vorzüge eines leeren Kühlschranks bis zurück in die Kindheit.
  • Ich: Mein Versuch, meine bisherigen Annahmen über mich mit den neuen Kategorien der Diagnose in Einklang zu bringen. Manchmal aber auch einfach nur über mich.
  • Leistung: Von den eigenen Stärken, dem Nicht-Genügen und der Angst, aufzufliegen.
  • Miteinander: Vom Zusammenleben. In Familie und Freundschaften. Von Rededurchfällen.
  • Nähe: Von Partnerschaft. Vom Umsorgtwerden, vom Geborgensein und von Abhängigkeit.
  • Norm: Über das Funkensprühen, wenn Gesellschaft und Individuum aneinanderreiben. Über das Sollen, das manchmal sehr nachvollziehbar ist. Über das Wollen, das manchmal auf der Strecke bleibt – und über die kleinen Feuer, die uns nicht nur wärmen, sondern dabei helfen, morsche Zäune niederzubrennen.